Nervosität vor dem Auftritt - der beste Tipp überhaupt
"Oh Gott, ich bin so aufgeregt! Das kann ja nur schief gehen!" Kennen Sie solche Gedanken? Hier der - für mich - ultimative Weg, um da rauszukommen. Weitere Infos und alle Videos in Artikelform finden Sie auf www.doroplutte.de. Transkript: "Oh Gott, ich bin so aufgeregt! Das kann ja nur schief gehen!" Kennen Sie solche Gedanken? Hier der - für mich - ultimative Weg, um da rauszukommen. Was wir verstehen müssen, ist: Nervosität ist was Gutes. Sie ist da, um uns zu schützen. Aufregung, beziehungsweise das damit verbundene Adrenalin, hatte immer schon die Aufgabe, uns zu helfen. Das ist wie ein natürlicher Koffein-Schock. Es macht uns stärker, schneller, wacher. Jetzt ist es nur so, dass wir heute, wenn wir nervös sind, meistens nicht mehr schnell rennen oder kämpfen müssen. Es ist, als ob die Anspannung in uns festsitzt und sich nicht entladen kann. Das sorgt dann dafür, dass wir anfangen zu zittern, uns verkrampfen, viel zu schnell reden, auf der Bühne hin und her rennen. Und so weiter. Weil uns die Nervosität dazu bringt, verbuchen wir sie als was Schlechtes. Und genau da müssen wir raus. Diese Haltung sorgt dafür, dass sich eine Negativ-Gedankenspirale entwickelt: "Oh nein, ich bin schon wieder aufgeregt!" "Beim letzten Mal haben meine Knie gezittert." "Das darf auf keinen Fall nochmal passieren." "Ich muss das unter Kontrolle kriegen!" Was passiert? Wir sind noch angespannter als vorher. Was ich dann mache, ist: Ich stelle mir die Nervosität wie einen großen starken Freund oder wie einen Bodyguard vor. Wenn ich merke, dass die Aufregung kommt, stelle ich mir vor, der Bodyguard betritt das Zimmer. Warum? Weil ich jetzt eine wichtige Aufgabe zu erfüllen habe. Und es sein könnte, dass ich jemanden brauche, der mich beschützt. So ist das ja bei besonderen Herausforderungen. Und nur die machen uns nervös. Da ist eine ungewöhnliche Situation. Die mich fordert. Die besonderen Einsatz verlangt. Deshalb versorgt mein Körper mich mit Adrenalin und anderen Hormonen. Das Tolle ist: diese Hormone sorgen dafür, dass ich präsenter bin. Aufmerksamer. Wacher. Ich weiß nicht, wie viele Auftritte ich schon hatte nach durchwachten Nächten mit Baby. Wo ich dachte: Heute kann es nichts werden. Ich bin so fertig! Und dann kam das Adrenalin und - zack! - war ich hellwach. Voll da. Dann fallen mir oft Formulierungen ein, auf die ich bei aller Vorbereitung nicht gekommen bin. Das schafft kein Aufputschmittel. Glaube ich. Hab nicht so viele probiert bisher. Weil es auch nicht nötig ist. Das Adrenalin reicht. Wenn der Bodyguard den Raum betritt oder zu mir auf die Bühne kommt, dann weiß ich: Mir kann nichts passieren. Weil ich jetzt alle Extra-Reserven habe, die es nur gibt. Alle Extra-Kräfte, alle Zusatz-Kreativität, alle Wahrnehmungs-Verschärfer. Manchmal sage ich dann auch laut, wenn ich noch nicht vor Publikum stehe: "Ah, mein Freund, da bist du ja. Wie schön! Wir zwei kriegen das heute gemeinsam hin." Wichtig also: Die Frage, wie wir Nervosität werten, entscheidet darüber, wie sie sich auswirkt. Wenn ich der Überzeugung bin, dass sie was Schreckliches ist, was mir alles kaputt macht, dann wird das auch so sein. Wenn ich mich aber entscheide zu sagen: Nervosität ist das Beste, was mir passieren kann - dann wird sie mich beflügeln, fördern und beschützen. Dann wird sie ein Bodyguard. Oder ein großer, starker Freund. Wenn Sie das nächste Mal spüren, wie die Aufregung heranrollt: Probieren Sie's aus! Denken Sie an den Bodyguard. Und sagen Sie ihm Grüße von mir. Ich freu mich auch darauf, ihn bald wiederzusehen. ;-)

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