202506_Polen-Rundreise 2025 - Teil-9: Puck, Großendorf & Halbinsel Hel

Wir haben schon viel von Polen und den schönen, teilweise unberührten Landschaften gehört. Doch noch nie hat es uns in die Gegend geführt. Und so machten wir uns jetzt im Juni 2025 mit dem Wohnmobil auf, um den Norden und Nordosten von Polen zu erkunden. Schon früh sind wir heute morgen von unserem Stellplatz in Danzig losgefahren. Einen Zwischenstopp legen wir in dem kleinen Örtchen Puck ein. Die kleine Ferien- und Hafenstadt liegt 45 km nördlich von Danzig an der Danziger Bucht und ist immerhin Kreisstadt der Region. Wir gehen zum kleinen Yachthafen. Noch immer weht ein starker Wind. Die Promenade ist um diese frühe Uhrzeit noch leer gefegt. Die gotische Backsteinkirche Peter und Paul steht fast direkt am Meer. Gegenüber den vielen Kirchen, die wir schon gesehen haben, ist diese fast unscheinbar. Der Marktplatz liegt unweit der Kirche. Das Karree des Platzes ist groß. Viele kleinere - teilweise farbenfrohe Häuser schmücken den Platz. Man sieht, dass sich die Gemeinde viel Mühe gemacht hat, den Platz mit seinem Springbrunnen und seiner Bronzeskulptur aufzuwerten. Der Bezug zwischen Löwe und Delfin in der Plastik ist nicht unbedingt direkt herzustellen. Aber eine kleine Information weist den Weg in Richtung einer Fabel. Vielmehr an Sehenswürdigkeiten scheint der Ort nicht herzugeben und so fahren wir weiter in Richtung Norden. Westlich des Ortes Großendorf - am Eingang zur Halbinsel Hel - finden wir einen sehr schön angelegten Campingplatz Alexa, der direkt am Meer auf einer Klippe liegt. Es scheint auch der einzige Campingplatz in Polen zu sein, der direkten Blick auf das Meer ermöglicht. Leider hat unser Stellplatz diesen wunderbaren Blick nicht. Am Nachmittag satteln wir unsere Fahrräder und fahren in den nahegelegenen Hauptort Großendorf. Der Strand ist hier schon etwas mir bevölkert. Aber an der Kleidung der Kinder erkennt man, wie frisch der Wind noch ist. Wir sind überrascht, eine so moderne Kirche hier zu sehen. Moderne Hotels und Apartmentanlagen wurden hier strandnah gebaut. Der Hafen ist ein echter Fischereihafen mit großer Mole. Am Ende der Mole ist eine Aussichtsplattform mit Blick auf die Halbinsel Hel. Tetrapoden und eine lange Deichmauer schützen den Hafen. Bilder verschönern den grauen Beton. Von weitem erkennt man einen Turm. Bei näherer Betrachtung sieht es aus wie ein Hotel. Im unteren Stockwerk befindet sich aber auch das Rathaus. Die Souvenir- und Fressmeile zieht uns nicht gerade an. Wir fahren daher zurück zum Campingplatz. Sonnenuntergang ist hier mit 21:30 Uhr sehr früh. Doch es lohnt sich, den idyllischen Untergang der Sonne über dem Meer zu verfolgen. Unten im Wasser sehe ich eine Frau, die juchzend die kalten Wellen über sich schlagen lässt. Mit mir stehen dick eingepackt einige Menschen hier, die das Spektakel ebenfalls verfolgen. Der nächste Tag: Ich will mit dem Fahrrad in das 34 km entfernte Seebad Hel auf der gleichnamigen Halbinsel fahren. Der Fahrradweg führt neben der Straße und Bahnlinie an der vom Meer abgewandten Seite entlang. Immer wieder lassen offene Baumreihen den Blick auf die Danziger Bucht zu. Nach der Hälfte der Strecke bin ich jedoch entnervt, da der Fahrradweg eher einem Hindernisparcours gleicht. Sogenannte Blow-ups im Teer machen das Fahrradfahren mit 25 Stundenkilometer zu einem schmerzhaften Erlebnis. So plane ich, in dem kleinen Örtchen Chalupy den Zug in Richtung Endstation Hel zu nehmen. Auch dieser Ort weist einige sehr schöne neue Hotels und Ferienanlagen aus. Auch in Polen scheinen die Züge nicht immer pünktlich zu sein, denn der Zug kommt mit einer halben Stunde Verspätung an. Ich dachte eigentlich, dass ich hier in Hel riesige Hotelanlagen vorfinde, bin aber angenehm überrascht, dass ich hier viele einzeln stehende Häuser vorfinde. Eine Mole schützt den Ort in Richtung Danziger Bucht. Hier in Ortsnähe liegen doch einige Menschen am Strand. Heute ist auch der erste Tag, an dem es richtig angenehm warm ist. Die Menschen zieht es förmlich an den Strand. Und natürlich gibt es hier auch viele Souvenirstände und Imbissbuden. Die Promenade ist lang und immer wieder sitzen Menschen auf Bänken und genießen die Sonne. Nach dem Strand folgt der Fischereihafen, doch es geht weiter. Hier beginnt das Naturschutzgebiet. Hier liegen aber auch die alten Verteidigungsstellungen des Zweiten Weltkriegs. Ich nähere mich dem äußersten Zipfel der Halbinsel. Hier wird der feinkörnige, helle Sandstrand breit. Die Anzahl der Menschen ist überschaubar. Ich möchte nicht wissen, was hier in der Ferienzeit los ist, wenn hier der Zug von Danzig einfährt und die Urlauber ausspuckt. .... Ein Resümee: Es ist schon erstaunlich, was die Sonne bewirken kann. Die Menschen gehen auf die Straßen und zu den Stränden. Alles erscheint auf einmal freundlich und lebenslustig. So ging es zumindest uns, die wir jetzt erstmals auch morgens draußen vor dem Wohnmobil frühstücken konnten. Anscheinend hat der Urlaub gerade erst begonnen.