Internetsucht ein neues Störungsbild im ICD-11: Klinische Merkmale, Forschung & Therapiemanual

Referent: Dr. Dipl.-Psych. Klaus Wölfling , Psychologische Leitung - Ambulanz für Spielsucht, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Der Vortrag ist Teil der Oberberg Online-Vortragsreihe. Weitere Informationen unter https://www.oberbergkliniken.de/onlin... Die Oberberg Kliniken sind der führende Qualitätsverbund privater Fachkliniken im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im deutschsprachigen Raum. An all unseren Standorten bieten wir offene, individuelle und intensive Therapiesettings – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Modernste psychotherapeutische Versorgung mit evaluierten Therapieverfahren verbinden wir in unseren Häusern mit einem gehobenen Ambiente. Die überschaubar großen Einrichtungen mit persönlicher Atmosphäre gehören zu den qualitativ hochwertigsten Fachkliniken in diesem Segment. Die neue Diagnose „Gaming Disorder“ (Computerspielsucht) und die Residualkategorie zu sonstigen internetbezogenen Störungen (Internetsucht) wurden im Kapitel Suchterkrankungen „Disorders due to addictive behaviours“ in das ICD-11 aufgenommen. Diese Veränderung reflektiert die Bedeutung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sich mit medienassoziierten Störungen in der klinischen Praxis auseinanderzusetzen. In der täglichen Routine entsteht häufig die Frage, wie genau ein süchtiges Internetnutzungsverhalten von einem nur problematischen Medienkonsum abzugrenzen sei? Um die diese Frage zu beantworten, soll der Vortrag einen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zur Entstehung, Verbreitung und Diagnostik von internetbezogenen Störungen geben. Hierbei wird auf neurobiologische Studienergebnisse ebenso wie auf Ergebnisse klinischer Studien eigegangen, um potenzielle Risiko- und Schutzfaktoren für die Entstehung von Computerspielsucht und internetbezogenen Störungen zu identifizieren. Die praxisorientierte Vorstellung eines kognitiv-behavioralen Behandlungsmanuals zur Behandlung der Internetsucht, das in Mainz entwickelt wurde, rundet den Vortrag ab. Die Intervention wurde in einer multizentrischen randomisiert-kontrollierten klinischen Studie geprüft (DFG-gefördert) und es zeigten sich sehr gute Therapieeffekte am Ende der Behandlung und in einer Sechs-Monats-Katamnese.