Peter Hofmann * Roundtable zu "Rock Classics 2" - 1987

Nicht immer bleibt der Schuster bei seinen Leisten. David Garrett ist ein aktuelles Beispiel dafür. Doch lange vor dem Stargeiger hat es in den 80er Jahren den Wagner-Tenor Peter Hofmann zum Rock gedrängt. Seinem Erstling dieser Art, 1982 erschienen, war die Stunde hold und er erklomm in Deutschland und auch in Österreich Platz 1 der Charts. Dem Nachfolger war das nicht vergönnt und weil da nur Promotion hilft, versuchte Hofmann nachzuhelfen. Einzelinterviews gab es natürlich nicht, es kam nur eine Massenbefragung, etwas, das Journalisten lieben, ihre Frage mit den „lieben“ Kollegen teilen. Aber Job ist Job und so machte ich mich im Auftrag der Berliner Morgenpost auf den Worten des Heldentenors zu lauschen. Hofmann, der seinem Wagner treu blieb und den Rock lieben Elvis überlassen hätte, den er übrigens 1992 auch noch in seiner Manier auf Platte bannte, trat zwei Jahre nach diesem Gespräch ein letztes Mal in Bayreuth auf. Zwei Jahre nach „Elvis“ wurde bei ihm Parkinson diagnostiziert, was aber einen Mann wie ihn nicht umbringt. Hofmann machte unbeirrt weiter. Erst 1999 gab es seine Krankheit öffentlich zu, ein Jahr später – nach einer Weihnachtstournee – nahm er endgültig Abschied von der Bühne. Zehn Jahre später, am 30. November, verstarb er in einer Klinik, in die er mit Verdacht auf Lungenentzündung eingeliefert worden war. Peter Hofmann 22. August 1944 in Marienbad, Sudetenland † 29. November 2010 in Selb, Fichtelgebirge.