Yiddishland - Interview Yeva Lapsker Full

Yeva Lapsker arbeitet als freischaffende Künstlerin, Tänzerin und Übersetzerin. Sie lebt zusammen mit ihrem Partner, Daniel Kahn, in Berlin und ist Mitbegründerin des Vereins Shtetl Berlin. Im Film Yiddishland kommen Menschen zu Wort, die als jüngste Generation zur Renaissance der jiddischen Musikkultur beigetragen haben. Ihre migrantische Geschichte, ihr Leben in Deutschland und ihr Zugang zum Judentum wird in Interviews erzählt und gegenübergestellt. Yeva Lapsker spricht über die Härten des Aufwachsens als Kontingentflüchtling im Deutschland der 1990er Jahre; Sasha Lurje über ihre Erfahrungen als Jugendliche in einer jüdischen Theatergruppe in Riga; Craig Judelman über die Geschichte, die seine Familie von Lettland über Südafrika nach Seattle und schließlich nach Berlin führte; und Sanne Möricke über die zufällige Abfolge von Ereignissen, die sie, eine Nicht-Jüdin, zu eine der gefragtesten Künstlerinnen der zeitgenössischen Klezmer-Szene werden ließ. Ihre Geschichten stehen symbolisch für die zahlreichen Biografien aufstrebender, selbstbewusster, jüdischer und nicht-jüdischer Akteur:innen. Sie berichten sehr persönlich über ihre Gefühle zum Jüdischsein – als kulturelles, nicht religiöses Phänomen und darüber, wie sie in der pulsierenden Berliner Szene und als Teil der globalen "Jiddischkait"-Bewegung, ihre Heimat gefunden haben. Ihr Zugang zum Judentum zeigt, wie sie durch Kunst eine pluralistische Gesellschaft mitgestalten und das Jüdische im Deutschen zur blühenden Selbstverständlichkeit bringen. Ein großer Dank für die finanzielle Unterstützung geht an Dr. Thomas Feist, dem Beauftragten für jüdisches Leben in Sachsen, Denkzeit Event, der Dr. Buhmann Stiftung für interreligiöse Verständigung sowie der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Yiddishland – Jüdischsein im 21. Jahrhundert. (2021, 30 min., deutsch, teilweise UT) | Mit Sanne Möricke, Craig Judelman, Yeva Lapsker & Sasha Lurje | Ein Produktion der Jüdischen Woche Dresden | Konzept: Avery Gosfield | Kamera, Schnitt, Produktionsleitung: Matthias Barthel & Nils Brabandt ……………… In der Ausführung sind bereits drei weitere Filme, die alle vom jüdischen Selbstverständnis handeln und ein Teil unserer Anti-Anti(semitismus)-Kampagne sind. Anti-Anti Jüdisches Leben in Deutschland – das gab es nicht nur zwischen 1933 und 1945. Jüdisches Leben und Kultur gibt es nachweislich seit 1700 Jahren auf deutschem Boden. Und damit ist das Judentum weit älter als nationale Leuchttürme wie Friedrich Nietzsche, die Erfindung der Pfandflasche oder der Kölner Dom – zusammen! Juden und Deutsche lebten seit vielen Generationen in enger Nachbarschaft. Doch meist werden die Schwächsten der Gesellschaft und die Außenseiter zu Sündenböcken für selbstverwaltete Misswirtschaft gemacht. So kam auch der Anti-Semitismus in die Welt… der in modernen Gesellschaften nicht hinnehmbar ist! Er lässt sich weder entschuldigen noch unter den Teppich kehren. Ihm lässt sich nur mit Bildung und Aufklärung begegnen. Und deshalb haben wir unser Programm “Spielen gegen Anti-Semitismus” ins Leben gerufen: Dazu entwickelt die Jüdische Woche Dresden pädagogische Projekte, geht an Schulen, kooperiert mit jüdischen Künstler:innen, entwickelt eine eigene Filmreihe und vermittelt so Wissen, um sich gegen teils einfältigen, teils hinterhältigen, alten und neuen Anti-Semitismus zu schützen. Anti-Anti – ihr hört von uns!