Frida Kahlo - Wilde Tage in Coyocán (mexikanische Malerin 1907-1954)
"Frida Kahlo - Wilde Tage in Coyocán" Doku BR 2010 von Angelika Lizius. Aufnahme: SWR 30.11.2014. Frida Kahlo - in ihrer Heimat Mexiko wird die berühmte Malerin, die sich meist in der Tracht der Tehuanafrauen zeigte, wie eine Heilige verehrt; in Nordamerika und Europa erklärte die Frauenbewegung die selbstbewusste und freiheitsliebende Künstlerin zur Galionsfigur, in Paris feierte man sie schon zu Lebzeiten als Stil-Ikone und herausragende surrealistische Malerin. Wer war Frida Kahlo? Dieser Frage geht die Dokumentation nach und versucht, hinter die Maske zu schauen, hinter der sich Frida Kahlo gerne versteckt hat. Sie selbst nannte sich "la gran Ocultadora" - die große Geheimnisvolle. Auf den ersten Blick erzählen die Bilder Frida Kahlos, vor allem die Selbstportraits, von ihrem Leben: von ihren körperlichen Schmerzen, die sie seit ihrer Kindheit und ihrem schweren Unfall ertragen musste, von der Einsamkeit, die sie quälte, wenn sie immer wieder monatelang bewegungslos im Bett zubrachte, von der leidenschaftlichen Beziehung zu Diego Rivera, dem gefeierten mexikanischen Wandmaler und von ihrer Liebe zur Natur. Frida Kahlos Gemälde sind jedoch weit mehr, als Ausdruck ihrer Emotionen: sie sind mit all den bewusst eingesetzten Symbolen auch Beweis ihrer Lust an der Verschlüsselung, der Verschleierung und zeugen von ihrer profunden Kenntnis der mexikanischen, der europäischen und auch der fernöstlichen Kultur. In der Casa Azul - dem Blauen Haus- spüren wir heute noch die Präsenz von Frida Kahlo. Hier wurde sie geboren, hier verbrachte sie den Großteil ihres Lebens und hier starb sie im Alter von nur 47 Jahren. Das Haus - heute Museum - eröffnet dem Besucher das Universum der Malerin: ihr Studio, in dem sie die meisten Bilder malte, die beiden Schlafzimmer, in denen sie so lange das Bett hütete, der prachtvolle Garten, in dem sie Künstler, Intellektuelle und kommunistische Aktivisten aus der ganzen Welt empfing, die Küche, in der Frida den Tisch für ihre illustren Gäste wie ein Kunstwerk schmückte. Die mexikanische Kunsthistorikerin Raquel Tibol kannte Frida noch persönlich. Sie erinnert sich an eine Frau voller Widersprüche - stark und verletzlich zugleich, bedürftig nach Nähe und freiheitsliebend, extrovertiert und einsam, fröhlich und depressiv, emotional und intellektuell.

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