Bocholt - Hotel Kaisereck Bocholt oder: das Ende einer Legende
Es handelt sich um die Geschichte eines Hotels, das vermutlich nie wieder als ein solches Auferstehen wird: das Hotel Kaisereck in Bocholt. die Geschichte des Hauses nacherzählt und eine kurze Internet-Recherche ließe mich unter anderem über Formulierungen wie "Schandfleck" stolpern. Dabei gastierten in dem ehemaligen Hotel so bekannte Persönlichkeiten wie Franz-Josef Strauß oder Heinrich von Brentano. Zugegeben: diese Zeiten dauerten nicht lange an und sind lange vorbei. Vor dem Zweiten Weltkrieg war das Kaisereck zunächst einmal ein Café und dann eine Gaststätte. Zerstört im Jahr 1945 wurde ein neues Gebäude errichtet, das bis 1989 als Hotel fungierte. Es folgte eine wechselvolle Vita als Asylbewerber-Unterkunft, als Übungsplatz für die Polizei und -- nun, ja -- als jetzige Ruine. 2008 war geplant, das Grundstück an einen Investor zu verkaufen und es wurde eine entsprechende Ausschreibung vorgenommen. Aktuell berichtet jedoch die Borkener Zeitung, das die Pläne ad Acta gelegt wurden und anstelle des alten Hotels ein dreistöckiger Neubau entstehen soll. Das in diesem jedoch ein Hotel untergebracht wird, gilt als überaus unwahrscheinlich und so wird mit dem Abriss auch eine knapp 100-jährige Gastronomiegeschichte enden. Kaisereck Hierbei handelt es sich um eine Bezeichnung für ein Gebäude, das "Café Wilms", das an der Ecke der Südseite des Kaiser-Franz-Josef-Platzes stand. 1901 wurde es an der Ecke Nordstraße/Neuplatz (heute Benölkenplatz) neben der städtischen Sparkasse gebaut. Der frühere Neuplatz und spätere Kaiser-Franz-Josef-Platz erhielt 1936 den Namen Hermann-Göring-Platz. Als Edmund Kalveram im gleichen Jahr aus Münster kommend in dem vorgenannten Eckhaus die Gaststätte und eine Wohnung anmietete, übernahm er für seinen Betrieb zunächst die inzwischen entstandene Bezeichnung "Gaststätte Kaisereck". 1945 wurde durch den schweren Bombenangriff das Gebäude völlig zerstört. Edmund Kalveram erwarb das Trümmergrundstück und baute darauf mit der Bezeichnung "Hotel Kaisereck" ein Hotel mit einer Gaststätte, einer Pilsstube und einem Weinkeller. Die Eröffnung erfolgte am 15. Oktober 1953. Das Hotel galt in Bocholt als ein angesehenes, gutbürgerliches Haus. Nach dem Tod von Edmund Kalveram 1974 führte seine Tochter Hanna den Betrieb bis 1989 weiter. Sie verkaufte das Gebäude am 1. November 1989 an die Stadt Bocholt, die die Hotelzimmer zunächst als Unterkunft für Übersiedler aus der DDR und später für die Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien nutzte.

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