Meilensteine des Wissens - Meisterwerke der Kunst: Planetenlaufuhr
Die in den letzten Jahren restaurierte Planetenlaufuhr von Eberhard Baldewein (1563) ist ab 14. April in der neuen Dauerausstellung des Mathematisch-Physikalischen Salons zu sehen. Die monumentale Planetenuhr gehört zu den mechanisch aufwendigsten und künstlerisch herausragenden Uhren der Frühen Neuzeit. Sie entstand im Auftrag des Kurfürsten August von Sachsen (reg. 1553 -- 1586) am Hof seines Schwagers, des hessischen Landgrafen Wilhelm IV., und folgte einer ersten, für Wilhelm selbst gebauten Uhr, die sich noch heute in Kassel befindet. Die komplexe Mechanik beider Uhren wurde unter direkter Beteiligung des hessischen Landgrafen berechnet und unter der Leitung seines Konstrukteurs Eberhard Baldewein realisiert. Noch bevor die Uhr überhaupt fertiggestellt war, wurde im Ausland bereits erzählt, dass sie „schöner, größer und kunstreicher" als ihr berühmtes Kassler Vorbild sei. Weder ein Ausbruch der Pest in Hessen noch wiederholte technische Schwierigkeiten und Kostensteigerungen bremsten Augusts Verlangen, dieses Wunderwerk zu besitzen. Als die Uhr nach fünf langen Jahren des Wartens in Dresden präsentiert wurde, war der sächsische Kurfürst über ihre vielfältigen Anzeigen „nicht wenig erlüstigt und ergölzet", wie es in einem Augenzeugenbericht heißt. Mechanische Wunderwerke wie die Planetenuhr waren markante Herrschaftssymbole. Sie sollten einem Besucher des Hofes vor Augen führen, dass der Kurfürst sogar die komplizierten Bewegungen der Planeten am Himmel mit Hilfe eines Automaten beherrschbar machen konnte. Der Mathematisch-Physikalische Salon im Dresdner Zwinger Nach mehr als sechs Jahren Schließzeit öffnet der Mathematisch-Physikalische Salon der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ab dem 14. April 2013 wieder seine Türen für das Publikum. Eine der ältesten wissenschaftshistorischen Sammlungen präsentiert sich in neuem Glanz und auf fast verdoppelter Ausstellungsfläche. Seit im Jahre 1728 der Zwinger als "Palais des Sciences" eröffnet wurde, prägt der Mathematisch-Physikalische Salon das Bild dieses Dresdner Wahrzeichens. Die kurze Zeit des Zwingers als Orangerie wurde Geschichte, seine Funktion als Museum hat das Gebäude bis heute beibehalten. In den vergangenen Jahren wurde der Teil des Zwingers, in dem seit 1746 der Salon untergebracht ist, grundlegend saniert. Die Ausstellungsfläche des Salons erstreckt sich nun vom Kronentor bis zum Wallpavillon. Im ehemaligen Grottensaal erhält der Mathematisch-Physikalische Salon einen repräsentativen Eingang. Für den dann nicht mehr als Ausstellungsraum zur Verfügung stehenden Grottensaal wurde ein neuer Ausstellungsraum im Zwingerwall gebaut. Mehr Informationen: www.skd.museum

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