Heuaufzug in Eckardts, Vorderrhön
Funkionstüchtig, letzte Nutzung Mitte 90 iger Jahre Der Punkt zum Ablassen des Greifers ist auf der Schiene durch eine Vorrichtung festgelegt. Beim Anheben zieht die Motorwinde über das Antriebsseil- umgelenkt durch mehrere Umlenkrollen- den Greifer von unten an die stehende Laufkatze und beide zunächst in eine Richtung. Durch etwas Nachlassen des Zugs am Steuerseil öffnet die Kupplung an der Seilwinde und die Laufkatze samt Greifer wird durch ein Gewicht (Giebelseite außen, mit Umlenkrolle) in die entgegengesetzte Richtung gezogen und überfährt den Ablasspunkt. Der Abwurf wird durch verstellbare bewegliche Bügel ausgelöst, die durch eigene Zugfäden angesteuert werden (Auslösen oder Durchlassen) und in bestimmten Abständen an der Tragschiene angebracht sind (1 Bügel = 1 Abwurfpunkt, insgesamt 4 über die gesamte Länge der Tragschiene, mehr wären möglich). Durch vollständiges Nachlassen des Zugs am Steuerseil stoppt die Seilwinde im Abwickeln (Gewicht am Steuerhebel der Seilwinde drückt diesen nach unten und löst so die Bremse aus) und die Laufkatze mit Greifer bleibt stehen. Durch starkes Ziehen am Steuerseil (Gewicht und Steuerhebel an der Winde werden dadurch nach oben gezogen) greift die Kupplung an der Motorwinde und diese wickelt das Antriebsseil wieder auf. Dadurch wird die Laufkatze samt Greifer wieder in die entgegengesetzte Richtung gezogen. Nach erneutem Überfahren des Ablasspunktes ist der Zug am Steuerseil wieder etwas zu vermindern (= etwa mittige Stellung des Steuerhebels an der Seilwinde, bei der weder Bremse noch Kupplung greifen, sondern die Winde sich frei dreht) und das Gegengewicht zieht die Laufkatze mit Greifer zurück bis zum Ablasspunkt, an dem dann der Greifer durch Eigengewicht sich von der Laufkatze die an dieser Stelle automatisch gestoppt wird löst und beim Absenken- ggf. bis zum Boden der Scheune- das Antriebsseil an der Motorwinde weiter abwickelt. Das Gegengewicht (angebunden durch eine Umlenkrolle) bleibt dabei stehen. Da der Ablasspunkt mittig in der Längsachse der Scheune angebracht ist, können auch Abwurfpunkte in Zugrichtung des Lastseils angesteuert werden. Um die historische Technik in der Anschauung der interessierten Nachwelt zu erhalten, hatte ich den ganzen Aufzug kostenlos dem Museum Kloster Veßra angeboten. Dort werden u.a. historische dörfliche Wohn- und Nutzgebäude überwiegend aus den zur ehemaligen Grafschaft Henneberg gehörenden Landstrichen samt historischer Landtechnik gezeigt. Leider erhielt ich von dort keinerlei Reaktion und muss daher auf mangelndes Interesse schließen. So weit ich weiß, gibt es dort noch keinen vergleichbaren Aufzug. Nun fristet er sein Dasein weiter in unserer Scheune und wer ihn mal ansehen will, bekommt ihn vorgeführt (trocken, d.h. ohne Heu). Als Kind (ab 10 Jahren) war ich stolz wie Bolle, wenn ich den Aufzug bedienen sollte, wodurch die Erwachsenen beim Heueinbringen immer beide Hände frei hatten und sich nicht auch noch um das Steuerseil kümmern mussten. Zum Glück ist auch nie etwas passiert.

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