Die BUGA-Seilbahn Koblenz (35-TGD - Doppelmayr) am 24.04.2018

Koblenz - nach Mainz und Ludwigshafen mit 114.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz. Die Universitätsstadt ist geprägt vom "Deutschen Eck", der Mündungsspitze von Rhein und Mosel sowie von zahlreichen Kulturdenkmälern und gehört damit zum UNESCO-Welterbe. 2002 wurde die Stadt sogar zum nördlichen Tor der Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal erklärt. Eines der Wahrzeichen der Stadt ist die Festung Ehrenbreitstein, die oberhalb des rechten Rheinufers direkt gegenüber des Deutschen Ecks liegt. Zur verbesserten Anbindung für die Besucher wurde hier 1955 eine fix geklemmte Doppelsesselbahn der Firma Pohlig in Betrieb genommen. Diese brachte die Besucher während der Sommersaison von April bis Oktober von der auf 106 Metern Höhe gelegenen Talstation direkt bis zum Eingang des in der Festung untergebrachten Landesmuseums auf 194 Metern Höhe. Mit einer Streckenlänge von 290 Metern und einer Höhendifferenz von nur 88 Metern, gehörte die Bahn zu den kürzesten ihrer Art überhaupt. Ein Kuriosum war der Zugang zur Talstation, der nur durch einen felsigen Fußgängertunnel zu erreichen war. Im Herbst 2009 musste der Sessellift seinen Betrieb einstellen, da der Festungshof ab dem Sommer 2012 zur autofreien Zone erklärt werden sollte, mit dem Sessellift jedoch kein Gepäcktransport zur ebenfalls in der Festung untergebrachten Jugendherberge möglich gewesen wäre. Die Anlage wurde 2010 restlos beseitigt, an ihrer Stelle wurde bis 2011 ein vollautomatischer Schrägaufzug mit einer Kapazität von bis zu 25 Personen errichtet. Zeitgleich wurde jedoch anlässlich der bevorstehenden BUGA 2011 in unmittelbarer Nähe erneut eine Seilbahn errichtet, die nun das linke Rheinufer mit dem BUGA-Gelände auf der Festung Ehrenbreitstein verbinden sollte und pünktlich zum Start der Bundesgartenschau 2011 ihren Betrieb aufnahm. Es handelt sich dabei um eine Dreiseilumlaufbahn der Firma Doppelmayr mit einer Länge von 949 Metern und einer Höhendifferenz von 112 Metern. Die Bahn verfügt über zwei große Fachwerkstützen, je eine vor der Talstation (68 Meter) und vor der Bergstation (180 Meter). Dazwischen gibt es mehrere an den 2 Tragseilen hängende Laufrollen für das Förderseil. Die Fahrgeschwindigkeit beträgt 4,5 m/s, die maximale Förderleistung liegt bei 3800 Personen in der Stunde. Der Antrieb befindet sich in der Bergstation, die Abspannung der 3 Seile erfolgt hydraulisch. Die 18 Kabinen bieten jeweils 35 Personen Platz und haben zum Teil unterschiedliche Ausstattungen. Neben den Standardkabinen mit Holzsitzen gibt es eine Kabine mit Glasboden (Kabine 17) sowie eine Vorführkabine für urbane Nahverkehrsseilbahnen, welche mit Plastikschalensitzen ausgestattet ist (Kabine 18). Nach der BUGA 2011 sollte die Bahn eigentlich wieder abgebaut werden. Zwischenzeitlich wurde die Konzession der Bahn jedoch bis zum Jahr 2026 verlängert.