Mit Krebsdiagnose um die Welt? Marcels unglaubliche Reise im Expeditionsmobil

Spenden an Marcel Stabenow Iban : DE03100179977950993142 Bank: Holvi Payment Services Zweigniederlassung Deutschland paypal : [email protected] Das Leben schreibt Geschichten, die oft zwischen den extremen Polen von Schicksalsschlag und absoluter Freiheit pendeln. Marcel ist ein Mensch, der diese Dualität in ihrer ganzen Härte und Schönheit verkörpert. Mit 59 Jahren steht er an einem Punkt, an dem die meisten Menschen sich zur Ruhe setzen oder ihre Sicherheit festigen würden. Doch für ihn ist das Leben ein kalkulierbares Risiko, eine Einstellung, die durch eine erschütternde Statistik untermauert wird: Jeder dritte Mensch erhält im Laufe seines Lebens die Diagnose Krebs. Marcel ist einer von ihnen. Er kämpft gegen den Lymphdrüsenkrebs, während er gleichzeitig seinen Traum verfolgt, noch einmal die Welt zu umrunden. Seine Geschichte ist keine Erzählung von Verzweiflung, sondern ein Zeugnis von unerschütterlicher Resilienz, die ihn bereits durch ein neunwöchiges Koma nach einem schweren Rennunfall und durch die Einsamkeit der Sahara getragen hat. Bevor Marcel zum Weltenbummler wurde, prägte ihn die Disziplin der See. Er verbrachte 24 Monate bei der Marine auf einer Fregatte. Es war eine Zeit des Drill und der Enge, in der er lernte, auf sich selbst aufzupassen und auf kleinstem Raum mit 40 Kameraden zu funktionieren. Diese maritime Erfahrung legte den Grundstein für seine Fähigkeit, technische Systeme zu verstehen und in Krisensituationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Nach seiner Dienstzeit startete er mit seinem ersten großen Abenteuer: Er kaufte für ein paar hundert Mark einen ausgemusterten VW T2 der Bundeswehr, einen sogenannten Sanibus, der noch die roten Kreuze auf den Seiten trug. Ohne einen festen Plan, lediglich inspiriert von alten russischen Militärkarten, die er zufällig auf einem Flohmarkt in Frankreich entdeckt hatte, fuhr er mit einem Kumpel los. Aus einer geplanten Fahrt zum Strand nach Spanien wurde eine sechsmonatige Expedition bis nach Mali. Mit der Abfindung der Bundeswehr in der Tasche und dem Mut der Ahnungslosen navigierten sie per Kompass durch Mauretanien und Algerien – eine Reise, die sein Verständnis von Freiheit für immer definierte. Doch der Weg war auch von Schatten gezeichnet. Ein katastrophaler Unfall auf dem Nürburgring in der berüchtigten Fuchsröhre riss ihn in jungen Jahren jäh aus dem Leben. Mit einem E36 M3 schlug er aufgrund eines technischen Defekts am damals neuartigen ABS-System ungebremst in die Planken ein. Das Pedal ratterte, doch die Bremswirkung blieb aus. Die Folge waren neun Wochen Koma. Marcel musste mühsam wieder lernen zu laufen und sich zurück in den Alltag kämpfen. Diese Erfahrung prägte seine spätere Karriere als Workaholic. Er betrieb jahrelang eine eigene Land-Rover-Werkstatt, entwickelte hochwertige Bauteile wie HD-Türscharniere und arbeitete parallel im Außendienst für Industriewerkzeuge. Tage mit 16 bis 18 Stunden Arbeit waren die Norm, bis der Körper im Jahr 2019 die Notbremse zog. Ein schwerer Burnout, bei dem plötzlich nur noch ein schwarzer Bildschirm in seinem Kopf existierte und einfachste Abläufe nicht mehr funktionierten, markierte den Wendepunkt. Marcel entschied sich, alles zu verkaufen und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Sein wichtigster Begleiter auf dem neuen Weg ist eine Maschine, die ebenso robust ist wie er selbst. Das Expeditionsmobil basiert auf einem MAN G90 der British Army Berlin aus dem Jahr 1990. Es ist ein technisches Unikat mit einer bewegten Historie vom Truck-Trail-Sport bis zur Rallye-Maschine. Unter der Haube arbeitet ein 6,8-Liter-Sechszylinder-Turbomotor, der nach Marcels Philosophie der maximalen Zuverlässigkeit modifiziert wurde. Das Triebwerk kommt fast ohne Elektrik aus; lediglich zwei Kabel führen zum Motor – eines für das Magnetventil und eines für den Anlasser. Diese mechanische Einfachheit macht das Fahrzeug immun gegen elektronische Ausfälle in entlegenen Regionen. Mit rund 300 PS und einer gewaltigen 14-Zoll-Bereifung auf Aluminium-Beadlock-Felgen von Hutchinson ist der Truck für extremstes Gelände gerüstet. Die Beadlocks erlauben es, den Reifendruck im Sand oder Schlamm fast bis auf Null abzusenken, ohne dass der Reifen von der Felge springt – eine lebenswichtige Funktion abseits befestigter Wege. Seine Reisephilosophie ist eine Absage an den modernen Ich-Menschentum Europas. Marcel sucht die Erdung in Begegnungen, wie er sie auf dem Balkan oder in Afrika erlebt. Während man in Deutschland oft auf Unverständnis stößt, wird man in Albanien mit Applaus und Freibier begrüßt. Er erinnert sich an einen Vorfall an einer griechischen Klippe, als der Boden unter seinem Truck wegbrach und das Fahrzeug über einem 500 Meter tiefen Abgrund hing. Nur durch die Hilfe eines lokalen 4x4-Clubs, der einen kleinen Suzuki Jimny als Gegengewicht einsetzte, konnte er gerettet werden. In diesem Moment versagte selbst Marcels Beinkraft, so sehr zitterte sein Oberschenkel beim Treten der Kupplung.

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