Gert Voss - Interview (2011)

"Ich bin ein hochraffinierter Lügner." (ORF kulturwerk 23.8.2011) Gert Voss (1941-2014) verbrachte seine Kindheit bis 1948 in Shanghai und später am Bodensee. Er studierte Germanistik und Anglistik und nahm privaten Schauspielunterricht bei Ellen Mahlke von 1964 bis 1966, darauf folgten erste Theaterengagements. Nach ersten Engagements in Konstanz (Stadttheater), Braunschweig (Staatstheater) und München (Residenztheater) wurde er von Hans-Peter Doll, dem Intendanten von Heidelberg, später Stuttgart, entdeckt. Unter ihm war er zunächst in Stuttgart, dann wechselte er mit Claus Peymann nach Bochum und wurde mit seiner Rolle des Hermann in der Hermannsschlacht von Heinrich von Kleist zum 20. Berliner Theatertreffen 1983 eingeladen. Mit Peymann wechselte Voss 1986 ans Burgtheater in Wien und wurde im selben Jahr als Richard III. gefeiert. Die Inszenierung wurde 1987 zum Berliner Theatertreffen eingeladen, zusammen mit dem Bernhard-Stück, in welchem Gert Voss sogar im Stücktitel vorkommt: Gert Voss überzeugte offenbar auch den Schauspielern gegenüber äußerst kritischen Thomas Bernhard, der ihm und zwei Schauspielerinnen ein eigenes Stück schrieb, das immer noch in der Originalinszenierung gespielt wird: Ritter, Dene, Voss. Bernhard hatte wie bei Minetti die Namen der gewünschten Uraufführungs-Schauspieler in den Titel geschrieben, da er wiederholt erlebt hatte, dass seine Stücke nicht mit seinen Wunschkandidaten besetzt worden waren. Vom zweijährigen Intermezzo 1994-96 im Berliner Ensemble und an der Schaubühne Berlin abgesehen, gehört Voss seither dem Ensemble des Burgtheaters an. Enge künstlerische Zusammenarbeit verband ihn am Schauspielhaus Hamburg und am Burgtheater mit Peter Zadek (John Websters "Die Herzogin von Malfi", Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig", Tschechows "Ivanov", Ibsens „Rosmersholm", Strindbergs "Totentanz", Marlowes "Der Jude von Malta") und George Tabori, der mit ihm in der Titelrolle Shakespeares "Othello" inszenierte und für ihn die Stücke "Requiem für einen Spion", "Goldberg Variationen" und "Die Ballade vom Wiener Schnitzel" schrieb. Zusammenarbeit mit Luc Bondy an der Schaubühne Berlin (Sascha Guitry, "Der "Illusionist"), Theater an der Josefstadt Wien (Horvath, "Figaro lässt sich scheiden"), am Burgtheater und Akademietheater Wien (Tschechov, "Die Möwe", Shakespeare, "König Lear"); mit Thomas Langhoff am Burgtheater (Th. Bernhard, "Elisabeth II." und Schiller, "Wallenstein"), mit Andrea Breth am Burgtheater (T. Williams, "Die Katze auf dem heißen Blechdach"), mit Thomas Ostermeier am Akademietheater Wien (Ibsen, "Baumeister Solness").(Quelle: Wikipedia) "Gert Voss gefährdet sich selbst wirklich bis zum Äußersten. Insofern ist er kein Schauspieler, der einfach auf die Wirkung seiner sogenannten Persönlichkeit vertraut. Voss verwandelt die Bühne, indem er um sein Leben spielt. Er geht aufs Ganze, und weil er stets aufs Ganze geht, bringt er immer etwas anderes mit auf die Bühne." Hermann Beil Weitere Informationen, Verweise auf Artikel & Videos zu den Themen Literatur & Theater auf der Google+ Seite von TextundBuehne hier:    / textundbuehne