Interview mit Leni Weingärtner für die Dokumentation "Pater Franz Reinisch"

Am 21. April 2014 hat sich eine kleine Gruppe Reinisch-Reisender aufgemacht, zu einer ersten Etappe an die Orte der Kindheits-, Jugend- und Priesterjahre von Franz Reinisch. Ein Jahr später, am 20. April 2015, führte eine zweite Etappe die Reinisch-Reisenden an die letzten Stationen seines Lebensweges bis nach Brandenburg-Görden, wo er am 21. August 1942 durch das Fallbeil hingerichtet wurde. Die Dritte Etappe startete am 28. Juni 2015 und fokussierte die Kindheits- und Priesterjahre Franz Reinischs. Während der Dreharbeiten gab es viele Begegnungen mit Menschen, die P. Franz bereits seit vielen Jahren verehren und die sein Andenken auf vielfältige Weise bewahren und in die Öffentlichkeit tragen. Eine von ihnen war Leni Weingärtner. Mit 13 Jahren lernte sie P. Reinisch in Untermerzbach kennen. Der junge Pater ging bei der Familie Schilling ein und aus, war immer ein willkommener Gast. Für die junge Leni wurde er bald ein wichtiger Vertrauter, der ihr bei Sorgen und Nöten beistand. Auch wenn es um Lebensentscheidungen ging, war Reinisch der jungen Frau ein verlässlicher Ratgeber. So stand er ihr zur Seite, als sie die Wahl zwischen zwei potentiellen Ehemännern hatte. In Gesprächen, persönlich und in Briefen, half er der Unentschlossenen dabei, eine Herzensentscheidung zu treffen. Die junge Leni Schilling heiratete Heinz Weingärtner und führte mit ihm, bis zu dessen Tod, eine – wie sie uns selbst bei einem Interview im Februar 2014 erklärte – sehr glückliche Ehe. Mit P. Franz Reinisch verband sie eine jahrelange Brieffreundschaft, die bis zu seiner Verurteilung zum Tode durch das Fallbeil im Jahre 1942 andauerte. Von seiner Gewissensentscheidung, den Fahneneid auf Hitler zu verweigern, erfuhr sie von ihm selbst. Wie viele andere versuchte auch sie, ihn umzustimmen. Doch Reinisch stand zu seinem Gewissen und blieb bei seiner Entscheidung, die für ihn tödliche Folgen haben sollte. Leni Weingärtner erklärte noch 71 Jahre nach P. Reinischs Gewissensentscheidung: „Ich habe ihn damals nicht verstanden." Doch was ihr bis ins hohe Alter geblieben ist: „Ich bin Franz Reinisch dankbar. Er hat mein Leben geprägt." Seine Briefe hat sie aufbewahrt und dem „Franz Reinisch Forum“ überlassen. Wichtige Zeitdokumente, die das Leben und Wirken des mutigen Pallottiner-Paters eindrucksvoll skizzieren. Am 23. August 2015 verstarb Leni Weingärtner, geb. Schilling. Sie wurde 99 Jahre alt. http://www.franz-reinisch.org/pater-f... Die Urheberrechte liegen beim Franz Reinisch Forum, Vallendar. ----------------------------------------- Redaktion: Angela Marlier Kamera: Sonja Gembus Schnitt: Sonja Gembus Musik: Roberto H. Bernet, interpretiert von P. Ignacio Camacho ISch ©Franz Reinisch Forum, Vallendar