Das Dorf im See hat es nie gegeben

Du kennst dieses Bild: ein Steinzeitdorf draußen im See, jedes Haus auf Pfählen über dem Wasser, ein Kind angebunden vor der Tür. Aus dem Schulbuch, aus dem Museum. Und fast alles daran ist falsch. Die meisten dieser Häuser standen nie über dem freien Wasser. Sie standen am Ufer, auf festem Grund. Trotzdem war das Dorf im See über hundert Jahre lang die offizielle Wahrheit — und die Wissenschaft hat ihre Antwort in dieser Zeit nicht einmal, sondern dreimal geändert. Diese Folge erzählt beide Ebenen der Geschichte: die Menschen, die vor 7000 Jahren an diesen Seen lebten — mit dem ältesten Rad Europas, einem 6000 Jahre alten Stück „Kaugummi" mit echten Zahnabdrücken, einem geflochtenen Schuh. Und uns: warum wir aus ein paar Pfählen im Schlamm eine heile Welt erfunden haben, und warum dieses schöne Bild am Ende sogar gefährlich wurde. Von Ferdinand Keller und dem trockenen Winter 1854 über die Jahrringdatierung, die das Holz aufs Jahr genau sprechen ließ, bis zur dunklen Seite des Mythos im 20. Jahrhundert. Ein ruhiger, ausführlicher Geschichts-Deep-Dive zum Zuhören — beim Spazieren, Pendeln oder Einschlafen. ━━━━━━━━━━━━━━━ KAPITEL 00:00 Das Dorf, das nie im Wasser stand 02:06 Der Winter, in dem der See sich zurückzog 05:20 Warum eine ganze Nation das Dorf im See liebte 07:13 Der Mann, den niemand kennt 09:27 Dreimal die Wahrheit geändert 13:16 Was das Holz wirklich erzählte 15:40 Das versunkene Archiv 19:17 Die dunkle Seite des schönen Bildes 21:41 Finale: Sind wir bereit, zu glauben, was wirklich da ist? ━━━━━━━━━━━━━━━ #Geschichte #Pfahlbauten #Steinzeit #Archäologie