Narrative Interviews
Gott und die Welt und ich Ein Jugendtheaterprojekt der Bildungsberatung CJD Hamburg + Eutin und des Thalia Theaters Das „Tor zur Welt“ ist nicht leicht zu öffnen, doch die Jugendlichen bewegen es mit ihren Fragen: „Wohin geht es jetzt mit mir? Was bedeutet ‚Zuhause’? Was bleibt, wenn ich allein bin? Kann ich Türen öffnen, wenn ich sprachlos bin und nichts verstehe?" Bei dem dreijährigen Projekt „Gott und die Welt und ich“ der Bildungsberatung CJD Hamburg+Eutin kommen neu zugewanderte Jugendliche - unter anderem aus Afghanistan, Lateinamerika und verschiedenen afrikanischen Ländern - zusammen und entwickeln gemeinsam ein Stück. Auf der Bühne stehen 20 Jugendliche, die meisten sind erst ein paar Monate in Deutschland. Sie haben teilweise weite und gefährliche Wege hinter sich, doch die jungen Menschen verstehen es, ihre Erlebnisse in leicht zugängliche Geschichten, in Gesang und Tanz zu verwandeln. Ihr Weg zu ihrem persönlichen "Tor zur Welt", so der Name des aktuellen Stücks, ist heilsam und unterhaltsam, teilweise dramatisch, aber auch lustig - auch für jene, die im Publikum sitzen. Dabei soll ein neuer Blick auf die Vielfalt der Stadt Hamburg und die eigenen Lebenswege entwickelt werden. Erste Einblicke in die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanzierte und von der BAG EJSA, der Kulturbehörde Hamburg und den Bezirksämtern Hamburg-Mitte und Hamburg-Nord ideell unterstützte Projektarbeit waren bereits im Rahmen der Lessingtage am 28. Januar 2013 zum ersten Mal zu sehen, am 05. Juni 2013 konnte das Stück eine ausverkaufte Premiere feiern. „Es soll, grob gesagt, darum gehen, das kulturelle „Vorher" und das kulturelle „Jetzt" zu beleuchten, darum, sich mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen", sagt Projektleiterin Kirsten Sass, „und auch darum, gemeinsam herauszufinden, wo die Themen trotz aller Unterschiede dieselben sind". Einfach, weil alle jung sind und neugierig auf das Leben. Das Thalia Theater bietet professionelle Unterstützung: Anton Krause, Regieassistent des Hauses, arbeitet schon seit vielen Jahren mit Jugendlichen. „Natürlich ist es nochmal etwas anderes, während des Arbeitsprozesses fast vollständig auf Sprache verzichten zu müssen. Aber zum Theaterspielen gehört es ja ohnehin dazu, andere Ausdrucksmittel zu finden", sagt er, und: „Es macht Spaß zu sehen, wie der Mut und das Vertrauen in die Gruppe langsam wächst".

Datenerhebung mittels narrativer Interviews

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