Der Tod des Marat - Revolution und Malerei (über das Gemälde von Jacques Louis David 1748-1825)
"Der Tod des Marat - Revolution und Malerei" Über das Gemälde von Jacques Louis David. Doku F 2012 von Martin Fraudreau. Aufnahme: ARTE 13.04.2013. Im Jahr 2008 tauchte ein kleines Gemälde auf, das merkwürdige Ähnlichkeiten mit dem bekannten Bildnis "Der Tod des Marat" von Jacques-Louis David aufweist, das unmittelbar nach der Ermordung des bekannten Journalisten und Konventsmitglieds Jean-Paul Marat am 13. Juli 1793, also mitten in den Turbulenzen der Französischen Revolution, entstanden ist. Wer hat dieses Bild geschaffen? Kann es Aufschluss über die Absichten des politisch aktiven Malers David geben? Warum wurde dessen Bild zur revolutionären Ikone? Hatte der Maler bestimmte Auflagen zu erfüllen, und welche Absichten verfolgte er mit dem Bild? Die Ermordung Marats durch Charlotte Corday war eines der markanten Ereignisse der Französischen Revolution. Zu diesem Eindruck hat gewiss auch das Gemälde "Der Tod des Marat" von Jacques-Louis David (1748-1825) beigetragen. Der engagierte Maler wurde unmittelbar nach der Ermordung Marats von seinen Freunden aus dem Nationalkonvent beauftragt, ein Gemälde zu schaffen, dass diese gravierende Tat angemessen in Szene setzen sollte. Drei Monate lang arbeitete David an seinem Meisterwerk. Für den ehrgeizigen Maler glich die Schaffung dieses Bildes einem geschickten Spiel zwischen Realität und Propaganda. Die Dokumentation zeichnet diese Entwicklung Schritt für Schritt nach. Sie zeigt, dass 1793, während der Terrorherrschaft der Jakobiner, die Grenzen zwischen Kunst und Politik verschwammen. Die alten Stände gab es nicht mehr, alles musste neu aufgebaut werden, und den neuen Machthabern war dafür jedes Mittel recht. Anhand eines genauen Vergleichs des kürzlich entdeckten Gemäldes mit dem "Tod des Marat" versucht die Dokumentation nun, die politische Botschaft dieses Werkes zu entschlüsseln, das als eines der ersten großen Propagandawerke gelten kann.

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