Besichtigung der RUINE des KRAFTWERK VOGELSANG bei Eisenhüttenstadt (Zustand 2024)
Nördlich von Eisenhüttenstadt findet sich an der Oder die Ruine des Kohlekraftwerks Vogelsang. Der Bau begann am 1.4.1943, wobei Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene eingesetzt wurden. Das Kraftwerk war für eine Leistung von 150 MW ausgelegt und sollte mit Kohle aus den nahen Braunkohlerevieren betrieben werden. Es sollte im Herbst 1944 in Betrieb gehen, doch der Bau verzögerte sich infolge des Kriegs. Nahezu fertiggestellt, wurden die Arbeiten schließlich am 31.1.1945 gestoppt. Eine Woche später überquerten die Sowjets die Oder und nahmen das Kraftwerk ein. Dennoch wurde um das Werk bis weit in den April, kurz vor Kriegsende, unter großen Verlusten auf beiden Seiten gekämpft. Im Sommer 1945 wurden die Anlagen samt Stahlkonstruktionen demontiert und als Reparationsleistung Richtung Sowjetunion verschifft. Das Kraftwerk hat seit dem Abbau den Zustand eines Rohbaus. Ab Ende der 1970er Jahre wurde das Kraftwerksgelände als Übungsgebiet der Zivilverteidigung und der Kampfgruppen verwendet. Angesichts des schlechten Zustands sollten die Reste Ende der 90er Jahre beseitigt werden. Im Jahre 1998 wurden einige kleinere Gebäude abgetragen, ehe der weitere Abriss gestoppt wurde, da das Areal als Lebensraum bedrohter Arten diente. In dieser Zeit war das Gebiet um das Kraftwerk weitgehend gerodet und man hatte freien Blick auf die Ruine. Die heute dicht gewachsenen Bäume und Sträucher rund um die Anlage sind in den letzten 25 Jahren gewachsen und versperren den Blick auf die Ruine. Geblieben sind die zwei über 100m hohen Schornsteine mit einem Basisdurchmesser von 9m, zwei Hallen im Zustand eines Rohbaus, der Kohleübergabebunker, das Einlaufbauwerk am Einlaufbecken, das Kohlenbrecherhaus und zwei Beobachtungsgebäude von 1980 aus der Zeit der Nutzung als Übungsgelände der Zivilverteidigung in der DDR. Die Anlage ist vom Vandalismus gezeichnet und teilweise in einem schlechten Zustand. Unterirdische Anlagen und Kellerbereiche wurden 1998 zugeschüttet und sind unzugänglich. Ein Nutzungskonzept besteht nach wie vor nicht.

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