Richard Strauss. Das umstrittene Musikgenie
Regie: Reinhold Jaretzky | Produktion: Zauberbergfilm Er wurde als Avantgardist gefeiert und als Reaktionär verteufelt. Seinem Erfolg hat das nicht geschadet. Richard Strauss ist der unbestritten bedeutendste Komponist des 20. Jahrhunderts. Er wurde vor 150 Jahren, am 11. Juni 1864, in München geboren. Seinen Kritikern wie seinen Bewunderern gilt er als ein Alleskönner, der am Dirigentenpult ebenso reüssierte wie als Komponist mit seinen schon früh weltweit aufgeführten Tondichtungen. Als Opernkomponist etablierte er sich mit einem Paukenschlag 1905 an der Dresdener Hofoper: seine erotisch aufgeladene und reichlich mit Dissonanzen ausgestattete „Salome“ galt Zeitgenossen als ein Skandalstück, das jedoch ins Zentrum des Avantgardegeschmacks traf. Fünf Jahre später verzeichnete Strauss, wiederum in Dresden, einen weiteren spektakulären Erfolg. Seine Oper „Der Rosenkavalier“ wurde über Nacht zu einem Magnet für das deutsche und europäische Musikpublikum. Zusammen mit dem Librettisten Hugo von Hofmannsthal gelang ihm mit diesem Werk ein Stilmix voller mozartscher Anspielungen, seitdem erweist sich der Dauerbrenner „Rosenkavalier“ als ein unverwüstliches Repertoirestück. Immer wieder wurde die Elbestadt Dresden zum Ort seiner Triumphe, neun seiner fünfzehn Opern, beginnend mit „Feuersnot“ im Jahre 1901, wurden an der Hofoper uraufgeführt. Das eingeschworene Team, das diese Erfolge möglich machte, bestand aus dem Komponisten Strauss, dem Generalmusikdirektor der Dresdener Hofoper Ernst von Schuch (später folgten ihm Fritz Busch und Karl Böhm) und der sächsischen Staatskapelle. Nahezu demütig erinnert sich der Komponist im Alter an „die Klänge dieses Meisterorchesters“, das in ihm „stets von neuem Gefühle innigster Dankbarkeit und Bewunderung wachrufe, mit denen ich jedes Mal, zuletzt im Juni 1944, aus dem geliebten Theater schied." Im Jahre 1945 liegt die Welt des Richard Strauss in Schutt und Asche. Der Komponist, der sich allzu eng mit den Nazis eingelassen hatte, zeitweise als Präsident der Reichsmusikkammer fungierte, ihnen Hymnen schrieb, klagt: „Mein schönes Dresden-Weimar-München, alles dahin!“. Mit seinen letzten Kompositionen, der Trauerklage „Metamorphosen“ und den „Vier letzten Liedern“, hält er eine beklemmende Rückschau. Der Arte-Film wirft Schlaglichter auf den Karriereweg des Künstlers; Musiker, Theaterleute und Strauss-Kenner beleuchten in ausführlichen, subjektiven Blicken Werk und Leben des Komponisten.

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