Georg Böhm (1661-1733): Choralpartita "Freu' dich sehr, o meine Seele"
Georg Böhm (1661-1733): Choralpartita "Freu' dich sehr, o meine Seele" Mario Hospach-Martini an der Andreas Silbermannorgel (1730) in Ebersmünster (CD-Aufnahme 2005, OEHMS CLASSICS) Über den Werdegang von Georg Böhm (1661–1733) wissen wir leider nicht viel. Er ist in Hohenkirchen bei Ohrdruf (Thüringen) geboren, immatrikulierte sich später an der Universität in Jena, zog dann nach Hamburg, ohne dass er dort ein Amt bekleidet hätte, und wurde schließlich 1698 zum Organisten an die Johanniskirche in Lüneburg berufen. Dieser Aufgabe widmete sich Böhm bis an sein Lebensende 1733. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass der junge Johann Sebastian Bach während seiner Lüneburger Zeit mit Böhm in Kontakt stand. Ob der Knabe Bach nun lediglich dem Orgelspiel des großen Böhm gelauscht hat oder ihm sogar etwas vorspielte, bleibt unserer Fantasie überlassen; in zahlreichen Werken Bachs, v.a. in den Choralpartiten, wird die musikalische Begegnung jedenfalls konkreter. Böhms Choralpartiten waren zur damaligen Zeit weit verbreitet und dienten vorwiegend zur religiösen und natürlich musikalischen Erbauung im häuslichen Bereich. Das Clavichord war für die Hausmusik in den deutschen Haushalten sehr geschätzt und in vielen „Kammern“ zu finden. Dies ist auch der Grund für die eher intime, im wahrsten Sinn kammermusikalische Schreibweise Böhms. Freu dich sehr, o meine Seele ist die umfangreichste Choralpartita Böhms mit bewundernswertem Erfindungsreichtum in den einzelnen Variationen. Die 1730 von Andreas Silbermann erbaute Orgel in der Abteikirche zu Ebersmunster (Elsass) ist ein Meisterwerk des in Paris ausgebildeten, sächsischen Orgelbauers und eine der schönsten Orgelschöpfungen der Welt. Sie kann als eine von nur zwei praktisch vollständig erhaltenen Instrumenten von A. Silbermann gelten. Die vorliegende Einspielung widmet sich Kompositionen, die in besonderer Weise mit der klanglichen Konzeption des barocken französischen Orgelbaus auf der einen und den kompositionsspezifischen Eigenheiten der französischen Barockmusik auf der anderen Seite verknüpft sind. Bilder: ehem. Abteikirche Ebersmünster

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