Netzer wegen Beckenbauer den Tränen nahe: "Es schmerzt immer noch" | 125 Jahre FC Bayern

Netzer wegen Beckenbauer den Tränen nahe: "Es schmerzt immer noch" | 125 Jahre FC Bayern Günter Netzer und Franz Beckenbauer verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Für die Gladbach-Legende Netzer ist der bereits verstorbene Beckenbauer die größte Figur in der 125-jährigen Geschichte des FC Bayern. Bei den Feierlichkeiten zum Jubiläum kämpfte Netzer bei seinen Worten über den "Kaiser" mit den Tränen. Er hat den Klub geprägt wie kaum ein anderer: Ehrenpräsident Uli Hoeneß spricht vor dem 125. Geburtstag des FC Bayern über persönliche Fehlentscheidungen, das legendäre Festgeldkonto und den Blick auf die Welt, der den Rekordmeister so besonders macht. Uli Hoeneß empfängt in der Ofenstube des Restaurants Käfer. Zu Beginn des Interviews reist der inzwischen 73 Jahre alte Ehrenpräsident des Geburtstagskindes FC Bayern mit dem kicker nicht nur die gut zwei Kilometer bis zur Fürstenstraße, wo einst das Café Gisela stand, sondern auch 125 Jahre zurück. Was würden Sie den elf Gründungsmitgliedern des FC Bayern im Café Gisela über ihren Verein erzählen, Herr Hoeneß? Ich würde über eine sehr bewegte Zeit mit zwei Weltkriegen und unserem jüdischen Präsidenten Kurt Landauer sprechen, der das Land nach unserer ersten Deutschen Meisterschaft 1932 verlassen musste. Über die Zeit, in der der Fußball mit Gründung der Bundesliga 1963 professioneller wurde, der FC Bayern aber zunächst keine Rolle gespielt hat, erst nach dem Aufstieg zwei Jahre später. Ab 1970 kann ich mehr erzählen, als Paul Breitner und ich dank Udo Lattek zum FC Bayern kamen. Eigentlich wollten wir zu 1860 München, deren Geschäftsführer Mayerböck komischerweise alle zwei Wochen durch Ulm fuhr und sich bei meinen Eltern zum Kaffee anmeldete. Ich hatte 15, 16 Angebote aus der Bundesliga, nur der FC Bayern war nicht darunter. Lattek wurde Trainer, Manager Robert Schwan kam vorbei, wir wollten an dem Tag keinesfalls etwas unterschreiben. Nach zwei Stunden hat er gefragt, ob wir eine Schreibmaschine hätten und meiner Mutter die Bedingungen diktiert. 1200 Mark Grundgehalt, 20.000 Mark Handgeld, dazu die üblichen Spielprämien. Der Anfang einer Ära, seitdem haben Sie mit Ausnahme eines halbjährigen Abstechers zum 1. FC Nürnberg 1978/79 dem FC Bayern die Treue gehalten. Die 70er Jahre waren die Zeit der ersten großen Erfolge, wir haben alles gewonnen. Ab meiner schweren Knieverletzung 1975 habe ich mich durchgeschleppt, bekam dann mit Trainer Gyula Lorant Ärger, der mich ein paarmal nicht aufstellte. Ich wollte weg, trainierte beim HSV zur Probe, sollte aber auf Wunsch von Manager Günter Netzer eine Arthroskopie machen. Also ging ich zum Club. Im April 1979 kam der Anruf von Bayerns Präsident Wilhelm Neudecker, ob ich mir vorstellen könnte, Manager zu werden. Er wollte Max Merkel als Trainer verpflichten, die Mannschaft um Paul Breitner und Sepp Maier rebellierte. Wäre ich in München geblieben, wäre ich dabei gewesen. Wer weiß, was dann passiert wäre? Kein Manager Uli Hoeneß und eine komplett andere Geschichte des FC Bayern? Zunächst hätte ich meinen Geschäftspartner Werner Weiß in Nürnberg nicht kennengelernt und wäre nicht Wurstfabrikant geworden. Wäre ich bei der Revolte dabei gewesen, hätte ich mich nicht gegen die Mannschaft gestellt und wäre für Neudecker kein Kandidat gewesen. Das Kuriose: Als ich am 1. Mai 1979 anfangen sollte, hatte Neudecker hingeschmissen. Sein Nachfolger Willi O. Hofmann übernahm mich, so begann meine zweite Karriere in München. Zurück ins Café Gisela: Die Väter des FC Bayern hätten sich die Entwicklung zum Weltverein nicht erträumt. Nein, es gab ja keine Ansätze dafür, der Fußball war 1900 nicht professionell. ► Abonniert den Kanal, damit ihr kein Video mehr verpasst! Folgt uns auch auf unseren anderen Social Media Kanälen: ► Instagram:   / kicker   ► Facebook:   / kickeronline   ► Twitter:   / kicker_bl_li   ► TikTok: https://tiktok.com/kicker Unsere Angebote: ► kicker App für iOS und Android: https://hyperurl.co/kickerapp ► Website: https://www.kicker.de ► kicker eSport: https://esport.kicker.de