Christmette im Kölner Dom am 24.12.2025
DOMRADIO.DE übertrug in der Heiligen Nacht ab 23:30 Uhr die Weihnachtliche Musik und die anschließende Christmette im Kölner Dom mit dem Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki. Vorfeier und Christmette wurden in besonderer Weise von der Kölner Dommusik mitgestaltet. Es sangen der Mädchenchor am Kölner Dom und die Männerstimmen des Kölner Domchores sowie ehemalige Sängerinnen und Sänger beider Ensembles. Dazu spielten die Blechbläser der Kölner Dommusik. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Cécilia Bazile, Simon Schuttemeier, Oliver Sperling und Domkapellmeister Alexander Niehues. Die Orgel spielte Winfried Bönig. "Die Nacht ist wie ein großes Haus“, zitierte der Kölner Kardinal Woelki seinen Namensvetter, den Dichter Rainer Maria Rilke in der Heiligen Nacht. "Und so, mein Gott, ist jede Nacht. Immer sind welche aufgewacht, die gehen und gehen und dich nicht finden." Es ist ein dunkles Bild, das der Dichter zeichnet. Und der Kardinal füllte es in der weihnachtlich erleuchteten Kathedrale mit ebenso dunkler Aktualität: 673 Millionen Menschen leiden an Hunger, 37 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Krieg und Gewalt scheinen allgegenwärtig. Und bei uns grassiert das Leid der Einsamkeit, das in NRW jeden fünften Jugendlichen betrifft. Es sei erschreckend, welches "Dunkel in den Tiefen unserer menschlichen Herzen" anzutreffen sei, stellte der Erzbischof fest. Um es mit Rilke zu sagen: "Und so, mein Gott, ist jede Nacht." Gott aber habe eine Vorliebe für die Nacht, predigte Kardinal Woelki. Er hat uns das Kind in der Krippe geschickt, damit es uns in gerade dieser Dunkelheit finde: In der Not, nicht glauben zu können oder in der Angst, umsonst gelebt zu haben. In der Angst vor Einsamkeit und Alleinsein, oder mit der Angst vor dem Sterben. "Mit unserer Sehnsucht danach, geliebt, angenommen, ganz einfach glücklich sein zu wollen." Um uns in dieser Dunkelheit zu finden, sei Gott nicht nur "zu uns" gekommen. Im Kind in der Krippe sei er vielmehr "einer von uns" geworden. Geradezu enttäuschend müsse das auf den ersten Blick für die Hirten gewesen sein. Nach der Ankündigung der Engel, nach dem "Aufleuchten des himmlischen Lichtglanzes", nach der Ankündigung des "weltbewegenden Ereignisses der Geburt des Gottessohnes" stehen sie vor einer einfachen Krippe. Und sie finden dort ein Kind, das so aussieht, wie jedes andere auch. Gerade mit diesem Unfassbaren, diesem Widersprüchlichen der Heiligen Nacht habe Gott in seiner Menschwerdung unser Menschsein angenommen. Bis hinein in die letzten Konsequenzen, bis hinein in das Dunkel des Todes. Denn nicht nur diese eine Weihnacht hat Jesus verwandelt, sondern auch das Dunkel seines Todes am Karfreitag, so der Kardinal. "Seit diese erste und diese zweite Nacht der Welt hell wurde, liegt über allen Dingen ein neuer Sinn: Alles ist von der Liebe Gottes getroffen. Alles harrt ihm entgegen." Die Geburt Jesu lasse, erst die Hirten und dann uns, verstehen, "dass das Geschick dieser Erde für immer von Gott angenommen und in Gott geborgen ist." Und in dieser Gewissheit können wir in allen Dingen – auch in den alltäglichen, kleinen – die Liebe Gottes entdecken, resümierte Kardinal Woelki. Das ist es, was wir aus der Weihnachtsnacht für unser Leben lernen können: Dass wir mit dem "Siegel der Liebe Gottes" alles in unserem Leben im Licht des Evangeliums sehen. Nein, "nichts ist so verloren, dass es nicht von Christus umfangen wäre". Und nein, trat Kardinal Woelki dem Dichter entgegen: Dank der Geburt Jesu wissen wir, so ist eben nicht jede Nacht. "So, liebe Schwestern, liebe Brüder, ist nur diese eine Nacht."

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