Kleinod am Oderbruch: Die Malche | Klosterküche. Kochen mit Leib und Seele.
In der letzten Sendung aus der Reihe "Klosterküche" besucht Pastorin Annette Behnken das Missionshaus "Die Malche" in Bad Freienwalde (Oder). Es wurde 1898 als Missionswerk gegründet. Anlass für die Gründung war die Verfolgung der Armenier zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Auch danach sollte vor allem Frauen aus dem "Orient", die vor religiöser Verfolgung fliehen mussten, geholfen werden. Daher waren viele Jahre hier nur Frauen tätig. Das Aufgabenfeld hat sich geändert, seit 1989 wurden deshalb auch Männer für die kirchliche Arbeit ausgebildet. Weder die beiden Weltkriege noch die Einschränkungen während der DDR-Zeit konnten die Schwestern der Malche aus dem kleinen, beschaulichen Tal am Rande des Oderbruchs vertreiben. Was ist das Geheimnis dieser Beständigkeit und wie soll die Gemeinschaft in der Zukunft funktionieren? Von den derzeit etwa 100 Malcheschwestern und -brüdern leben 15 auf dem Gelände. Aber der Zusammenhalt aller ist auch auf die Entfernung eng. So jedenfalls erzählt Schwester Gundula Eichler, die seit fünf Jahren in der Malche lebt. Sie hat hier noch zu DDR-Zeiten ihre Ausbildung zur Gemeindepädagogin gemacht und ist dann nach vielen Jahren, einem Studium und anderen Beschäftigungen wieder zurückgekehrt. Für sie ist das Geheimnis der Malche, dass es für sie Heimat ist, ein Ort gelebten Glaubens. Für Schwester Christine Reizig ist es etwas anders. Sie ist ausgebildete Pastorin und hat genau wie Schwester Gundula die DDR-Zeit als aktive Christin erlebt. Und auch sie hatte darunter zu leiden, dass die Kirchen in der DDR immer beobachtet und verfolgt wurden. Ihren ursprünglichen Berufswunsch konnte sie sich nicht erfüllen, weil sie als bekennende Christin nicht zum Medizinstudium zugelassen wurde. Aber als Leiterin der Malche muss sie, nachdem seit zehn Jahren vor Ort keine Ausbildung mehr stattfindet, neue Wege und Grundlagen für das Fortbestehen dieses traditionsreichen Ortes finden. Die wunderschöne Lage des Hauses ist da sicher hilfreich. Viele Schulklassen und Kindergärten kommen schon jetzt für ein paar Tage oder eine Woche. Vielleicht ist es die Zukunft: Erholungsort mit christlich-religiöser Anbindung. Schwester Jana Völker leitet schon jetzt ein neues Kapitel der Malche ein: Sie ist eine der letzten Schwestern, die hier zur Gemeindepädagogin ausgebildet wurden und arbeitet seitdem in diesem Beruf. Bislang gehörte sie zwar zum Konvent, lebte aber außerhalb dieses Ortes. Nun zieht sie gemeinsam mit ihrem Freund in eines der Häuser der Gemeinschaft ein. Sie ist die erste Konventsschwester, die hier zusammen mit ihrem Lebenspartner wohnt. Auch für sie liegt die Zukunft der Malche in der Öffnung nach außen, um vielen Menschen eine Möglichkeit zum Aufenthalt an diesem bezaubernden Ort zu ermöglichen. Beim gemeinsamen Essen im sommerlichen Garten kommt es Annette Behnken vor, als wäre sie hier ein wenig außerhalb der Zeit. Vielleicht ist das auch ein Teil des Geheimnisses, dass hier im Malchetal die Uhr scheinbar etwas langsamer läuft als anderswo, und man sich zugleich von der christlichen Fürsorge der Schwestern behütet fühlt.

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